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Erdbeeren
 
 

Biologische Landwirtschaft

Die Entwicklung in Österreich

Als in den 1970er Jahren immer öfter Bio-Produkte auf den Markt kamen und mit der Bezeichnung "Bio" auch Schindluder getrieben wurde, verlangte der Konsumentenschutz stichhaltigere Rechtsgrundlagen, unter welchen Bedingungen ein Produkt das Prädikat "biologisch" tragen darf.

So hat es sich die EU zum Ziel gesetzt, auch für den Biolandbau eine europaweit einheitliche Regelung zu schaffen. Mehrere Verordnungen regel(te)n die biologische Pflanzenproduktion. Bei Verstoß kann und wird der Erzeuger geklagt werden.

Daneben haben die verschiedenen Bio-Verbände ihre eigenen Richtlinien entwickelt. So wirtschaften wir entsprechend den Richtlinien des ERNTE-Verbandes, die in verschiedenen Bereichen strenger sind als die gesetzlichen Regelungen.

Die Richtlinien des ERNTE-Verbandes

Unsere Richtlinien bauen auf den gesetzlichen Grundlagen auf und sind in einigen zentralen Punkten strenger als die EU-Verordnung, die europaweit den Bio-Landbau regelt:

  • Im ERNTE-Verband muss der gesamte Betrieb biologisch bewirtschaftet werden, Betriebsteilungen werden nicht akzeptiert.
  • Bei der Speisewarenproduktion müssen Mindestabstände zu stark befahrenen Straßen eingehalten werden (15 m bei Ackerkulturen, 50 m bei Kräutern).
  • Einige Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die dem Gesetz nach erlaubt sind, sind für ERNTE-Bauern verboten (Biosol, Thomasmehl, Metaldehyd).

Den kompletten Richtlinientext können Sie in einzelnen Kapiteln oder als gesamtes Dokument auf der Homepage des ERNTE-Verbandes nachlesen.

Die Kontrolle unseres Betriebes

Jeder landwirtschaftliche Betrieb, der seine Produkte biologisch deklariert, muss entsprechend dem Gesetz einen Kontrollvertrag mit einer unabhängigen, staatlich anerkannten Kontrollstelle abschließen, und wird mindestens 1x/Jahr vor Ort kontrolliert.

Wir werden bei diesen Kontrollbesuchen sowohl auf Einhaltung der Gesetze als auch der ERNTE-Richtlinien kontrolliert. Die Sanktionen reichen, die je nach Schwere des Verstoßes, von Abmahnung bis zum Ausschluss des Betriebes aus dem Verband und Kündigung des Kontrollvertrages.

Qualität von Bio-Beerenobst

Beerenobst versorgt uns mit dem wichtigen Vitamin C. So liefert uns eine einzige Portion Erdbeeren (200 g) ca. 165 % unseres Tagesbedarfes an Vitamin C. Der generelle Verzicht auf alle chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel wirkt sich sehr positiv auf die Qualität beim Bio-Beerenobst aus.

Bodenbearbeitung und Düngung beim biologischen Beeren-Obstbau

Für den Anbau von Beeren ist die richtige Boden- und Standortwahl sehr entscheidend. Beerenkulturen können nur über mehrere Jahre gesund und ertragreich sein, wenn das Bodenleben erhalten bleibt, und dem Boden regelmäßig wertvolle Nährstoffe zugeführt werden. Im biologischen Beerenobstbau werden die Böden generell nicht mit chemisch-synthetischen Dünge- und Spritzmitteln behandelt, sondern mit organischen Düngern, wie zum Beispiel Kompost, fruchtbar gehalten. Eine Düngung direkt auf die Beeren ist im Biolandbau verboten.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Obstkulturen sind sehr anfällig für Schädlinge und Pilzkrankheiten. Beeren nehmen konventionelle Spritzmittel sehr rasch auf, und eventuelle schädliche Rückstände sind dann nicht auszuschließen. Daher verzichten wir generell auf alle chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Schädlinge und Unkräuter werden bereits durch die richtige Boden-, Standort und Sortenwahl möglichst gering gehalten.

Eine große Hilfe ist auch der Umstand, dass jeder Schädling einen natürlichen Gegenspieler, einen sogenannten Nützling, besitzt. Falls es nicht gelingt, die Schädlinge und Pilze auf natürliche Art und Weise fernzuhalten, werden im biologischen Obstbau Schwefel und Kupfer zur Schädlingsbekämpfung herangezogen. Da sich vor allem Kupfer im Boden anreichern kann, wird für die Zukunft eine umweltverträglichere Lösung angestrebt.

Ist biologisches Obst gentechnikfrei?

Damit sich in Bio-Lebensmitteln keine gentechnisch veränderten Organismen befinden, werden alle Verarbeitungsbetriebe für Bio-Lebensmittel regelmäßig von einer Kontrollstelle überprüft. Auch seitens der Händler werden genaue Aufzeichnungen über den Zukauf und Verkauf von Bio-Lebensmitteln geführt, und alle Bio-Lebensmittel müssen nach den gesetzlichen Richtlinien gekennzeichnet werden.

Vergleich: biologisch versus konventionell

Die biologische Landwirtschaft unterliegt strengen Auflagen. Chemische Methoden der Unkrautbekämpfung müssen durch menschliche Arbeitskraft ersetzt werden. Beispiel Unkrautbekämpfung in einem Erdbeerfeld

Am Beispiel rechts sehen Sie die Unkrautbekämpfung in einem Erdbeerfeld. Unzählige Stunden müssen aufgebracht werden, um dieselbe Wirkung wie mit konventionellen Herbiziden zu erreichen. Händisch wird Unkraut ausgerissen, anstatt Chemie einzusetzen. Diese Art der Landwirtschaft ist tatsächlich mehr wert - nicht einfach nur teurer.

Aber ist es Ihnen nicht auch mehr wert, wenn Sie Früchte ohne Herbizide, Insektizide, Fungizide und Akarizide am Tisch haben?

Als Beispiel für die strengen Auflagen sei genannt, dass nicht einmal die Verwendung von Kompost von der MA 48 der Gemeinde Wien von der Kontrollstelle genehmigt wurde.

 
 

Erdbeeren, sie lachen von fern mich schon an,
Ich hab‘ so recht meine Freude dran.
So oft ich sie kostete, hab‘ ich gedacht,
Gott hat sie wohl nur für die Engel gemacht.
So duftig, so schön von Farb‘ und Gestalt,
Die herrlichste Frucht im ganzen Wald!
O könnt‘ ich sie pflücken
An jedem Ort,
Ich würde mich bücken
In Einem fort!

Auszug aus "Erdbeerlese",
ein Gedicht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben